Auf die Zutaten kommt es an

Welpenecke - Sozialisierung des Welpen

Vom Verhalten gegenüber Menschen kommen wir jetzt zum innerartlichen Verhalten des Hundes. Die Grundlagen dafür wurden schon von seiner Mutter und den Geschwistern gelegt und müssen nun durch Sie fortgesetzt werden.

Erkunden Sie mit ihm langsam die Umgebung und machen Sie ihn mit anderen Hausgenossen wie der Katze, dem Hamster oder dem Wellensittich bekannt.

Jetzt lernt er am leichtesten, dass andere Tiere nicht seine Spielzeuge sein können. Erfragen Sie beim Züchter Ihres Welpen die Anschrift der Besitzer seiner Geschwister. Vielleicht können Sie ein Treffen organisieren, denn es ist sehr interessant zu vergleichen, wie unterschiedlich sich die jungen Hunde entwickeln. Und eine Fortsetzung der Sozialisierung, die der Welpe bis zu seiner Abgabe an Sie erfahren hat, ist wichtig.

Wenn der Impfschutz steht, sollten Sie Ihren Hund verstärkt in Kontakt mit seinen Artgenossen kommen lassen, denn er muss weiter lernen, wie sich Hunde untereinander zu benehmen haben und wie sie sich hierbei ausdrücken. Eine sehr gute Sache sind hierzu die sogenannten Welpenspielgruppen, die in vielen Hundevereinen und Hundeschulen angeboten werden. Meist ist hier auch eine qualifizierte Anleitung seitens der Ausbilder gegeben. Doch schauen Sie sich die Sache erst einmal eine Zeit lang an und entscheiden Sie dann, ob Ihr Welpe hier Mitglied werden soll.

Anlaufstellen, um eine solche Gruppe zu finden, können örtliche Hundevereine, die Tierschutzvereine, das Tierheim oder Tierärzte sein. Gibt es bisher nichts Derartiges in Ihrer Nähe, organisieren Sie doch selbst etwas. In Kontakt mit anderen Hundehaltern kommt man meist von selbst. Vereinbaren Sie einfach zwanglos ein Treffen mit mehreren Hunden auf einer Wiese oder im Park und lassen Sie Ihre Tiere zusammen spielen.

TIPP:

Eine Welpengruppe sollte sowohl hinsichtlich des Alters der Tiere, als auch dem Temperament der einzelnen Hunde entsprechend gebildet werden. Eine positive Sozialisierung des Welpen findet nur dann statt, wenn mit Hundeverstand und Einfühlungsvermögen gearbeitet wird.

Der jüngere wird vom älteren Hund lernen, wie er sich zu verhalten hat. Mobben ist unbedingt zu unterbinden. Dass man den Kontakt gleichgeschlechtlicher, erwachsener Hunde entsprechend vorsichtig anbahnt, versteht sich von selbst. Hier sollte man in jedem Fall eine erfahrene Person hinzuziehen, die eine eventuelle Eskalation oder Aggression erkennt und verhindern kann.

Weit verbreitet ist die Ansicht, dass junge Hunde “Welpenschutz“ genießen. Das stimmt jedoch nur im eigenen Rudel, nicht aber unter fremden Hunden. Die Erziehungsmaßnahmen der Hunde untereinander wirken auf uns, unter Umständen, ausgesprochen rüde. Aber ein junger Hund muss eben auch lernen, dass nicht jeder andere Hund seine Nähe duldet und mit ihm spielt. Daher sollten Sie ihn nur dann Kontakt zu anderen Hunden aufnehmen lassen, wenn deren Besitzer einverstanden sind und keine “Verletzungsgefahr“ besteht.

Es gibt durchaus viele Hunde, die einfach keine Welpen mögen und sich durch das quirlige Verhalten des “jungen Gemüses“ belästigt fühlen. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Welpe, diese “Brummbären“ in Ruhe lässt. So lernt Ihr Hund gleich, dass er nicht zu jedem Artgenossen darf und ihm bleibt eine derbe Abreibung erspart. Üben Sie Rücksicht – Ihr Welpe wird auch älter und zählt vielleicht auch eines Tages zu den “Brummbären“ …

TIPP:

Lassen Sie Ihren Welpen nicht wahllos mit jedem Artgenossen Kontakt aufnehmen, sondern fragen Sie vorab dessen Besitzer. Wenn der andere Hund freundlich ist, lassen Sie die beiden miteinander spielen - aber ohne Leine. Dann kann es nicht zu unschönen Verwicklungen kommen und Ihr Hund lernt auch, dass man an der Leine gesittet laufen und nicht herumtollen soll.

Außerdem gibt es leider noch viele Hunde, die nicht richtig sozialisiert sind. Diese Hunde reagieren dann bei Kontakt mit Artgenossen “völlig gestört“. Es ist meist nicht die Rasse, die ein Tier auffällig werden lässt, sondern fast immer Unvernunft, Unverstand und die Versäumnisse seiner Besitzer. Es ist sehr wichtig, dass Ihr Welpe Kontakt zu anderen Hunden hat, aber eben nicht zu jedem. Treffen Sie bewusst die Entscheidungen, mit welchem Artgenossen Sie Ihrem Hund den Umgang gestatten.

Weitere Themen:

Ralph Leitner - Hundeexperte

info@belcando.at

07282-20766

Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag
von 8 bis 17 Uhr.
Freitags bis 15 Uhr.